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O-Sensei-Anekdoten

von George Ohsawa

Aiki News #27 (November 1977)

Übersetzt von Stefan Schröder

Der folgende Artikel wurde durch die freundliche Unterstützung von Brian Workman (USA) ermöglicht.

Die folgenden beiden Anekdoten entstammen dem in Französisch verfassten Buch von George Ohsawa, der die Philosophie und Praxis des Zen-Makrobiotik-Systems (In/Yo werden angewandt auf Ernährung, Gesundheit und Glück) im Westen eingeführt hat. Er hat in Europa und Amerika viele Anhänger, ebenso in Japan. Ohsawa (japanischer Name Sakurazawa Nyoichi), war ein persönlicher Freund von O-Sensei und ein Kapitel seines Buches widmet er dem Begründer des Aikido.

Erste Anekdote

Mochizuki Minoru, ein hochrangiger Judoka, der ungefähr 1930 von Jigoro Kano zum Studium des Aikido zu O-Sensei geschickt wurde, eröffnete 1930 ein Dojo in Shizuoka, der berühmten Teeanbau-Region. O-Sensei wurde von 10 hochrangigen Schülern begleitet (5. und 6. Dane). Nach der Zeremonie erkletterten sie gemeinsam das Nippon-Daira-Plateau, um das wunderschöne Panorama zu genießen. Sie wanderten auf einem acht Kilometer langen Pfad durch die Teefelder.

Der Meister war formell gekleidet und trug Geta (japanische Holzschuhe), dennoch kletterte er so zügig, dass seine Schüler zurückblieben. Sie folgten ihm durch die Teefelder, einer nach dem anderen, da sie nicht so schnell aufschließen konnten.

Bald erschienen die Landbesitzer und Arbeiter, Stöcke aus Holz und Bambus schwingend und laut schreiend, um die jungen Männer aus dem Feld zu vertreiben. Die 5. und 6. Dane bereiteten sich fröhlich auf einen Kampf vor, als die jungen Landarbeiter mit ihren Stöcken auf sie zu kamen.

Im letzten Moment jedoch wurden die beiden Gruppen von einer Erscheinung überrascht! Der Meister, der 500 Meter vor ihnen geklettert war, kehrte zurück und stellte sich zwischen die Streithähne, die kurz vor einem Kampf standen. Er kniete sich hin, mit den Händen flach auf dem Boden. Er sprach die Bauern mit geneigtem Kopf an: “Bitte entschuldigen Sie, meine Herren, ich bitte demütig um Verzeihung. Dies sind meine Kinder, die auf halbem Weg verloren gingen, weil ich zu schnell vorweg kletterte.” Er entschuldigte sich sehr zeremoniell.

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