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Interview mit Morihiro Saito Saito Sensei (3)

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von Stanley Pranin

Aiki News #34 (May 1979)

Übersetzt von Franziska Hochwald

Der folgende Text ist die dritte und letzte Folge eines Interviews mit Morihiro Saito Sensei, 8. Dan und Sensei des Ibaraki Dojos in Iwama, Japan.

Schon ganze drei Jahre ist es her seit O-Sensei von uns ging und immer besteht die Gefahr, dass da, was O-Sensei uns lehrte, im Laufe der Zeit in etwas verändert wird, das man nicht mehr als Aikido betrachten kann. Deshalb möchte ich Sie fragen, was die grundlegenden wichtigen Punkte sind, wenn Sie unterrichten.

Das hängt mit den Grundlagen zusammen. Leute haben wenig Achtung vor den Grundlagen und fühlen sich von den ausgefallenen Techniken angezogen. Außerdem kann man heutzutage nicht als gut anerkannt werden ohne solche ausgefallenen Dinge zu tun. Sonst kann ein Lehrer keine Schüler anziehen. Es ist falsch für einen Kampfsportler zu versuchen, seinen Lebensunterhalt mit Unterrichtsgebühren seiner Schüler zu bestreiten, indem er Budo unterrichtet. Ein Budoka sollte sich über seine persönliche finanzielle Situation keine Sorgen machen. Sonst kommt er schließlich noch dazu, schwache Schüler hochzugraduieren, oder wenn jemand ihm etwas schenkt ihm eine Sonderbehandlung zu gewähren und ihn wegen dieses Gefallens zu bevorzugen. O-Sensei sagte uns immer: „Ich bin was ich bin, weil ich sechzig Jahre lang den harten Stil trainiert habe. Was glaubst du was du kannst?“ Das sagte er häufig. Aber viele Leute verstehen die Bedeutung von „hart“ und „weich“ nicht. „Hart“ bedeutet, die Technik in fester Weise mit einer weichen Bewegung auszuführen. Aber die Leute neigen dazu ruckartig zu trainieren. Und wenn Leute weiches Training machen, tun sie es in einer schlaffen, leblosen Weise. Weiche Bewegungen sollten mit dem stärksten Ki gefüllt sein. Die Leute kapieren die Bedeutung von hart und weich nicht, weil sie O-Sensei nicht kannten. O-Sensei sagte immer, wenn er zu einem anderen Ort ginge und seine Techniken demonstrierte, würden sie gestohlen, und er sagte auch: „Aikido Techniken sind nicht dazu da, demonstriert zu werden. Aikido verbreiten heißt, zu unterrichten und es unter den Anhängern auszubreiten, die sich um einen scharen. Es bedeutet nicht, es denjenigen zu zeigen und anzupreisen, die in keiner Weise mit der Kunst in Verbindung stehen. Aikido zu verbreiten bedeutet, die Anzahl der wahren Aikido-Anhänger zu erhöhen.“ Deshalb hat O-Sensei bei Vorführungen absichtlich die Techniken gezeigt, die keiner verstand. Aber sie enthielten das Wesentliche des Aikido. Diejenigen, die nicht von den Grundlagen aus systematisch trainiert hatten, konnten sie nicht verstehen und die Techniken nur nachahmen. O-Sensei führte vor. Auf diese Weise hat sich Aikido ein Stück weit aus seiner Mitte entfernt. Die Lage ist hoffnungslos, weil der Anfangspunkt von Aikido unklar geworden ist. Korrektes Aikido ist schwierig. (Als Anfänger hat man) viele unglückliche Tage. Nichts ist schon von Anfang an vergnüglich.

Aber mit dieser Grundlage wird es möglicherweise erfreulich. Durch sehr hartes Training wirst du Aikido einmal genießen. So wie manche Leute am Anfang Spaß haben und es dann später härter finden. So jemand wie Hidaka Shihan, der sich nach Iwate zum Trainieren zurückgezogen hat; er ist ein großer Mann. Also, zieh dich zurück und widme dich täglichem Training und beachte diese Dinge dabei, sagte O-Sensei. Trainiere so wie O-Sensei selbst in Iwama trainiert hat. Um perfektes Aikido zu machen, lerne in allen Lagen von O-Sensei. Glücklicherweise träume ich häufig von O-Sensei. Wie Herr Abe in seinem Brief sagt, wir sollten O-Sensei nicht vergessen. Aber für die Schüler können wir da nichts tun. Aber wenn wenigstens diejenigen, die von O-Sensei unterrichtet wurden, ihn respektieren und seine Erinnerung lebendig halten, werden sie sich immer an seine Schelte erinnern. Auf diese Weise kann man Fehler gut korrigieren und seine Worte fallen einem immer wieder ein. Wenn jemand O-Sensei vergisst, wird er nicht mehr erscheinen, und man macht nach seinem eigenen Willen weiter. Wenn jemand an diesen Punkt gekommen ist, gibt es keine Umkehr. Und wenn er dann auf einmal aufhört, auf diese Art zu unterrichten, werden ihn die Leute fragen: „ist das was du uns unterrichtet hast falsch?“ Kokyuho ist ein Teil der Grundlagen, die O-Sensei unterrichtet hat und Ki existiert in Kokyuho selbst, aber es ist kein Kokyuho in Ki. Ki ist in Kokyuho. Weil ich in Iwama trainiert habe, kann ich nur in der Weise unterrichten, wie hier gelehrt wurde. Also habe ich so unterrichtet. Deshalb müssen die Grundlagen, die O-Sensei mir eingebläut hat, auch wenn sie extrem schwierig zu lernen sind, genauso von jedem erlernt werden. Diejenigen, die durchhalten, werden am Ende ein wahres Verständnis gewinnen. Es gibt viele Arten von Schülern. Manche finden es schick, im Dojo herumzulaufen und sich einen Gi über die Schulter zu hängen. Und manche messen dem Training keinerlei Bedeutung zu, aber finden es sehr vergnüglich und erfrischend wie „Coca Cola“, wenn ihr Lehrer eine großartige harte Fallschule für sie macht obwohl sie keine Ahnung haben wie man wirft. Und einige andere wollen einfach nur stark werden. Sie wollen keine Graduierung, sie wollen nur stark werden. Und auf der anderen Seite gibt es Leute, die ihren Dangrad haben wollen. Es gibt diese beiden Extreme. Deshalb gibt es eine ganze Anzahl von Leuten, die ganz aufhören sobald sie ihren Dan haben. Es gibt viele verschiedene Schülertypen. Die besten unter ihnen sind diejenigen, die nicht gierig sind. Die sind die besten. Solche Leute haben auch einen Geist des Dienens. Sie sind auch höflich. Und höfliche Leute sind aufmerksam und geistesgegenwärtig. Wenn du aufmerksam wirst, wirst du auf natürliche Weise auch höflich. In dieser Hinsicht denke ich waren die Budoka des alten Stil höflich.

Saito Sensei, Sie unterrichten Ihre Schüler in den wichtigen Techniken Schritt für Schritt von den Grundlagen bis zum Ki no nagare in einer sehr freundlichen Weise. Ihren Anweisungen kann man so leicht folgen, dass sogar ausländische Schüler die kein einziges Wort Japanisch können alles gut verstehen. Wie haben Sie diese Lehrmethode entwickelt?

Ich schulde sie O-Sensei. Ich wurde von ihm getrietzt und immer wieder gescholten, also lernte ich …

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