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Leitartikel: Die Erforschung von O-Senseis Leben

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von Stanley Pranin

Aiki News #33 (March 1979)

Übersetzt von Stefan Schröder

Ich glaube man kann ohne Bedenken behaupten, dass Aikidoka auf die eine oder andere Weise ihren Sensei als Vorbild nehmen. Der empfundene Respekt beruht auf dem technischen Können, der philosophischen Orientierung oder auch der starken Persönlichkeit des Lehrers. Desweiteren ist es nicht ungewöhnlich, dass die Schüler ein reges Interesse an dem Hintergrund des Lehrers und seinen Erfahrungen haben. Es ist, als würde das Wissen um die Schlüsselerlebnisse im Leben des Lehrers den Schülern wertvolle Einsichten und Hilfestellungen auf ihrem Weg bieten.

Wenn man die kurze Zeitspanne betrachtet, vor der Aikido geschaffen wurde — es sind immerhin weniger als 40 Jahre — sind viele von uns doch schon mehr als zwei oder drei Generationen vom Begründer der Aikido Morihei Ueshiba entfernt. Aus diesem Grund wünschen sich viele Aikidoka mehr Einblicke in das Leben O-Senseis. Jedoch stehen ausländische (=nicht-japanische) Aikidoka vor einer oftmals scheinbar undurchdringlichen Sprach- und Kulturbarriere, die beinahe jede Informationsbeschaffung unmöglich macht. Selbst die heutigen Japaner, besonders die jungen unter ihnen, fühlen sich sozial und psychologisch von O-Sensei getrennt, der noch von der Meiji-Ära geprägt war und seine Hochzeit in der Taisho- und frühen Showa-Periode erlebte. Trotz dieser Schwierigkeiten wird Aiki News weiterhin alle Anstrengungen unternehmen, um die Leser in Japan und der Welt konstant mit Informationen über den Begründer zu versorgen. Wir werden zumindest teilweise den O-Senseis faszinierendes Leben und seine Philosophie umgebenden Schleier lüften.