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Takemusu Aiki – Lesungen von Morihei Ueshiba, Begründer des Aikido (2)

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von Morihei Ueshiba

Aikido Journal #117 (1999)

Übersetzt von Franziska Hochwald

Dies ist die zweite einer Reihe von Lesungen von Morihei Ueshiba, dem Begründer des Aikido. Diese Vorträge wurden von Hideo Takahashi vom Byakko Shinkokai (siehe Interview in AJ115) transkribiert und redaktionell bearbeitet; im Original wurden sie auf Japanisch 1975 als Takemusu Aiki veröffentlicht. Die Bedeutung dieser Lesungen als Quelle aus erster Hand mit verlässlichem Material über die spirituellen Ansichten von Morihei Ueshiba ist von unschätzbarem Wert.

Leser, die in die Tiefe der Philosophie des Begründers vordringen wollen, werden eine Herausforderung erfahren wenn sie diese Texte erforschen. Die Symbosprache und die Metaphern, die O-Sensei verwendet stammen aus Shinto Texten wie dem Kojiki und sind in weiten Teilen von der Omoto Religion und ihrem Mitbegründer Onisaburo Deguchi beeinflusst. Ebenso zahllos sind die Bezugnahmen auf das Kotodama, einen anderen Shintoglauben, der in die Omoto Religion eingegangen ist und der davon ausgeht, dass uranfänglichen Schwingungen vor den Buchstaben und Lauten ein Wert innewohnt, der dazu in der Lage ist die physische Realität zu beeinflussen. Die Bedeutung vieler Passagen erscheint rätselhaft und deshalb haben wir uns häufig auf Fußnoten verlegt, als versuch, dem motivierten Leser die Navigation durch den Text zu erleichtern. Der ausführliche Einsatz von Fußnoten wird die Leser notwendigerweise dazu verpflichten, sich auf vorherige Ausgaben der Zeitschrift zu beziehen und wir entschuldigen uns im Voraus für diese unvermeidliche Unannehmlichkeit.

Mein aufrichtiger Dank gilt Sonoko Tanaka für ihre gewissenhaften Bemühungen, das Japanische in verständliches Englisch zu verwandeln und für die Recherche des Materials, das für die Fußnoten verwendet wurde. Der Herausgeber

I. Aikido ist der Weg des Prinzips des ewigen, unveränderlichen Systems des Universums.

(1)

Aikido ist der Weg des Prinzips des ewigen, unveränderlichen Systems des Universums. Die große Leere wurde geschaffen vor der Geburt des universalen „SU“-Lauts, der Einen Ursprünglichen Quelle (Ichigen), unseres Vorfahrs Gott. Leben ist die Geschichte der Taten Gottes seitdem, seit dem Zeitalter der Gottheiten unseres Landes, und die Formen von Aikido liegen in dieser Geschichte begründet. Mein Aikido ist ein Weg, asketische Praktiken durchzuführen, die von der Göttlichen Vorsehung geleitet werden, dadurch die Bedeutung des Göttlichen Schwertes (matsurugi) auszudrücken und eine Verwirklichung des Schwertes selbst zu sein. Ich betrachte es als die wahre Kampfkunst (bujutsu). Das Handeln des Universums wird „takemusu aiki“ genannt, und wurde aus der Einen Ursprünglichen Quelle geboren, und vereint Wasser und Feuer, was gleichbedeutend ist mit dem Atem des Himmels und dem Atem der Erde, um einen vereinten Atem zu schaffen.

Ich möchte erklären, was das bedeutet. Wenn Seele und Körper, die mir gegeben sind, miteinander in Austausch kommen als untrennbare Einheit durch das Handeln von „SU“ und „U“, gebe ich die Laute „A, O, U, E, I“ aus dem Grund meines Leibes von mir und lasse sie aus meinem körperlichen Mund ausströmen. Diese Form ist exakt dieselbe wie die Verwirklichung der Reibungskraft, die durch die Bewegungen von Wasser und Feuer entstehen, das heißt, die Interaktionen der zwei Gottheiten Takami Musubi und Kami Musubi (Siehe Takemusu Aiki in AJ 116), wenn sie tanzen, während sie in einer rechtsdrehenden Spirale aufsteigen und einer linksdrehenden Spirale absteigen.

Wenn wir Kotodama polieren und perfektionieren, den Geist, der jedem von uns gegeben ist und der unsere wahre Natur darstellt, dann werden uns alle Erklärungen gegeben, die jede Verknüpfung aller Dinge betreffen und die Weisheit den wahren Zustand der Großen Schöpfung in dieser Welt zu verstehen. Darüber hinaus wird uns auch die Ehre zuteil, die „Kugeln von Michihiru“ Michihiru no Tama)1 zu verwenden, gemäß des Kojiki (die althergebrachte japanische Chronik), ein Schatz unserer Nation, wenn wir Gott mit den göttlichen Stäben von Himmel, Feuer, Wasser und Erde beistehen (Ame Tsukuri no Kannagi), und dabei unendlich viele Dinge Oki in Chikura2 opfern zur Sühnung unserer Sünden, und wenn wir uns Gott widmen.

Diese Kugeln von Michihiru sind jedem von uns gegeben um unsere eigenen Bestimmungen und Aufgaben zu erfüllen. Wir, menschliche Wesen, bewahren unser Leben weiterhin dank dieser Bälle von Michihiru.

Aikido ist eine wahre Kampfkunst und ist in allen Kampfkünsten verwirklich, die bislang in die Welt gekommen sind, und in die Beschaffenheit des Universums, was gleichbedeutend ist mit dem Herz der Ursprünglichen Quelle des Aikido. Es ist vest verwurzelt und besonders deutlich ausgedrückt in den Handlungen der beiden Gottheiten, Izanagi no Mikoto und Izanami no Mikoto (siehe AJ116), als sie Inseln und Gottheiten ins Leben rufen, das ist gleichbedeutend mit der deutlichen Arbeit der Wechselbeziehung zwischen Feuer und Wasser. In anderen Worten ist die Wechselbeziehung zwischen Feuer und Wasser das Handeln von Ame no Minaka Nushi (siehe AJ116), und eine Verwirklichung des Göttlichen Willens. Dafür schenkte die Eine Ursprüngliche Quelle den Zwei Ursprünglichen Quellen das Leben. Das Wirken jeder Quelle ist ein Ausdruck des Göttlichen Willens und eine Manifestation der vielschichtigen und subtilen Wechselwirkung zwischen Himmel und Erde, was gleichbedeutend ist mit dem Leben des Universums, dem Atem von Himmel und Erde. Gleichgültig welche Art von Körper es hat und wie klein es ist, es gibt nichts das nicht eine Verwirklichung des Göttlichen Willens wäre. Alles ist das Leben des Universums.

Ich sang also, um Aikido in seiner modernen, vollendeten Form:

Diese schöne Erscheinung
Des Himmels und der Erde
Alles ist Eine Familie
Geschaffen von Gott

Alle Segnungen dieses Großen Universums manifestieren sich ausnahmslos in allen Gottheiten und Buddhas, der ganzen Natur, Tieren, Vögeln, Fischen und selbst in Insekten. Aikido bedeutet alle Segnungen in uns selbst aufzunehmen und unsere Pflichten als menschliche Wesen zu erfüllen. Zum Thema Religionen, ich denke, dass jede Religion ein Ubuya (Gebärhaus werden sollte, siehe AJ 116) um diese selbe Lehre weiterzugeben. Ihr müsst alle diese Segnungen in den Atem von Himmel und Erde aufnehmen, selbst wenn ihr nur eine Bewegung mit einem Schwert ausführt. Wenn ihr also eure Pflicht als menschliche Wesen erfüllt, formt ihr einen Kreis wenn ihr durch das Gebet ausatmet, und ein Quadrat wenn ihr einatmet. Dann lasst ihr den großartigen Geist des Universums in eurem ganzen Körper sich bewegen und eure sechs Sinne reinigen (rokkon, siehe AJ 116), damit sie arbeiten können. Die Kreisform des Ausatmens ist die Form des Wasser, und das Quadrat das des Feuers. Der Kreis bezeichnet den Atem des Himmels und das Quadrat den der Erde. Folglich rufen wir Techniken ins Leben, wenn wir den Atem des Himmels mit dem der Erde durch das Ki des Himmels zusammenbringen. Das ist was wir tun müssen und ich weiß darüber hinaus, dass uns alle Gottheiten auf dem Weg voll und ganz beschützen werden. Wir müssen dessen gewahr werden und uns das klarmachen auf dem Weg, den uns Goi Sensei zeigt. Das ist meine Pflicht. Ich muss meine Bestimmung erfüllen und dabei nicht die Wohltaten vergessen, die mir die Gottheiten gegeben haben.

Bei einem gemeinsamen Gebet müssen wir die Tugenden unseres puren Glaubens an den Atem von Himmel und Erde in uns aufnehmen, damit wir diese Welt unter dem Schutz aller Gottheiten und Buddhas vereinen und in Gleichklang bringen können. Gebet ist Licht und ebenso Hitze. Euer Gebet muss dem Weg der Wirkweisen des Himmels und der Erde folgen, während ihr mit allen Gottheiten und Buddhas zusammenkommt. Wir können das klarer machen, wenn wir uns auf die Wirkungen der „SU“ und „U“- Töne des Aiki beziehen. Die Erde kann nicht funktionieren ohne mit dem Atem des Himmels sich auszutauschen, und der sich austauschende Atem von Himmel und Erde ruft alle Dinge ins Leben. Wir füllen uns selbst mit dem Göttlichen Geist und rufen auf wissenschaftliche Weise Kampfkünste durch den Atem des Kotodama (Geist) ins Leben.

Der Atem des Himmels ist der Atem von Sonne und Mond, und Kampfkunst-Techniken werden geboren wenn der Atem von Himmel und Erde sich vereinigen. Der Atem der Erde sind die Gezeiten. Die Gezeiten atmen durch die Wechselwirkung des Atems von Himmel und Erde. Die Erde atmet gemäß des Atems des Himmels.

Die Geburt eines menschlichen Wesens folgt ebenso demselben Prinzip. Ein menschliches Wesen wird genau in dem Moment nach der Flut geboren, wenn die Ebbe beginnt. Es ist jedoch besser wenn ich nicht über den menschlichen Körper spreche, denn ich kann alles mit einer Bewegung meines Schwertes neutralisieren.

Ich sagte bei einer früheren Gelegenheit: „Durch die Einheit mit Gott erschaffen wir Techniken die immer sich wandelnd sind in vielfältige Formen.“ Das bedeutet dass wir auf wissenschaftliche Weise das Ki des Vakuums und das Ki der Leere verwirklichen können, indem wir diese Energien in die Menschliche Natur und in die Techniken verknüpfen und einführen. Dafür müssen wir Techniken schaffen, die Futomani im Kojiki3 respektieren, das heißt, die Lehren, die uns von den altvorderen Gottheiten zwischen Amaterasu Oomikami4 und Jimmu Tenno5 hinterlassen wurden. Der Futomani des Kojiki ist eine Geschichte aus dem Zeitalter der Gottheiten und ein Stammbaum, der die Universale Nation herstellt. Dies ist die Verfassung unseres Landes.

Als menschliches Wesen muss man sich ununterbrochen für sich allein in asketische Praktiken vertiefen gemäß der Bestimmung, die einem zugewiesen ist. In anderen Worten, wenn wir unsere Haupt Schutzgottheit sorgfältig studieren und auch unseren eigenen Körper und Geist, werden wir anfangen zu verstehen, wie wir in unserem Alltagsleben wirken müssen. Gleichzeitig respektiere ich selbst, was das Gebet betrifft, Goi Sensei und den Weg, den er uns zeigt. Selbst obwohl ich nicht beständig in diesem Zustand verweile, wenn ich jeden Morgen und Abend bete und den göttlichen Geistern für ihre große Autorität danke, werde ich so klar und heiter in meinem ganzen Körper wie wenn ich ein Spiegel wäre, dass ich eine solche Reinheit nicht mit Worten ausdrücken kann. Alles wird in mir zurückgeworfen und ich verstehe alles einfach nur indem ich hier bin. Alle Anhaftungen verschwinden und ich verweile im Atem unseres Ursprünglichen Vorfahren, der Licht aussendet zu allen Dingen im Universum.

Ich finde, es ist eine überwältigende Freude, wenn man fähig ist in einem solchen Zustand zu verweilen und ununterbrochen fortfährt alle Tugenden des Universums zu preisen.

(2)

Wenn du ein aufrichtiges Gebet anbietest, ist kein Ego darin. Alle Anhaftungen verschwinden und werden in Licht verwandelt. Ich kann die Heiligen der Alten Zeit verstehen, wenn sie sagen, sie seien diese und jene Gottheit gewesen. Ich merke, dass ich allem Anschein nach auch im Heiligen Licht des Großen Universums verweile. Ich denke der Grund für die falsch verstandenen Worte früherer Heiliger liegt hier. Aber heute muss ich meine Pflichten erfüllen, damit die Leute es nicht missverstehen. Ich sollte nichts Nachlässiges sagen. Selbst obwohl ich dazu fähig bin, in solchen Bedingungen zu verweilen, will ich nicht fordern, dass andere das selbe Stadium mit einem Versuch erreichen, noch betrachte ich mich als anderen besonders überlegen. Ich glaube nur dass ich dazu in der Lage sein werde vor anderen bescheiden zu sein und meine Dienste ihnen zu widmen als ihr Diener, weil ich jetzt fähig geworden bin in solch einem Stadium zu verweilen. Gebet ist wirklich die Grundlage und die „Große Brücke“. Die Große Brücke bezieht sich auf Ame no Ukihashi (siehe AJ 116). Ame no Ukihashi ist die Verwirklichung der Überschneidung von Feuer und Wasser. Hier liegt die göttliche Botschaft, dass die Welt vertikal und horizontal abgetragen und neu organisiert wird.

Es gibt ein Sprichwort, das lautet: „Pflaumenblüten werden ganz plötzlich blühen überall in den Welten der Drei Tausend Welten (Sanzen Sekai).6 Jedoch hat dies nicht nur religiöse Bedeutung. Auch im Aikido ist diese Botschaft der Pflaumenblüten, die plötzlich überall in den Welten der Drei Tausend Welten blühen werden, der Lebensweg, der uns gegeben ist. Diese Lehre bedeutet, dass diese Welt beginnt eine Verwirklichung der spirituellen Macht zu sein, das beginnt mit der Erscheinung von Ame no Ukihashi. Im Aikido ist es Nenpi Kannon Riki.7 Selbstverständlich ohne einen physischen Körper; das heißt, Haku oder Geister können nicht sesshaft werden noch können wir unsere Pflichten als menschliche Wesen erfüllen. Wir müssen diesen Kanal des Geistigen offen legen (Tamashii no O).8

Der physische Körper, der uns gegeben ist, ist ein Organ der Schöpfung und gleichzeitig ein Ort, an dem wir Gottesdienst abhalten. Es ist also ein Haus oder ein Organ in dem wir unseren geistigen Kanal pflegen. Mehr noch, der physische Körper reift und perfektioniert sich selbst auf wunderbare Weise durch die spirituellen Praktiken; die für die Geburt des Geistigen erforderlich sind. Also wird unser Körper ein Haus, in dem Geistige Wesen geboren werden und wachsen können (seicho no ie).

Goi Sensei kennt diese Angelegenheiten gut. Wir müssen nicht über schwierige Dinge sprechen. Wenn ihr (an die Zuhörerschaft des Byakko Shinko Kai gerichtet) nur weiterhin betet ohne fragen zu stellen, wird Goi Sensei die Verantwortung für euch übernehmen. Dank Goi Sensei entwickelt sich auch Aikido durch Gebet. In anderen Worten, der Kanal für unseren Geist wird durch Gebete gereinigt.

Wir hören Worte wie shikishin9 oder hasshiki10 aber wir brauchen solche dinge nicht. Alles was ihr tun müsst ist den Kanal für euren Geist polieren. Schließlich ist die Welt bislang eine physische Welt gewesen. Aiki schließt den physischen Körper nicht aus, sondern bildet das Fundament und ersetzt die physische Welt durch die spirituelle Welt. Dann formt Aiki einen Himmel auf erden und erfüllt seine Grundbestimmung, die Universale Nation herzustellen.

(3)

Takemusu Aikido ist ein Dienst, den wir anbieten um die Welten zu schützen, in denen alle Universale Tätigkeit stattfindet, das sind die drei Welten – Erscheinung, Unterbewusstes und Göttliches – und um ihnen zu helfen, miteinander in Gleichklang zu kommen und zu erblühen. Wir nennen es „Takemusu Aiki“ wenn wir die wahre Bedeutung von Gottes Wirken klarmachen, den Großen Weg reinigen und uns der Aufgabe widmen, dem Großen Weg beizustehen um ganz zu werden. Das ist mein fester Glaube.

Deswegen werden die Kampfkünste (Budo) unseres Landes nicht Sport genannt. Der Sinn der Kampfkünste ist es, uns zu formen und zu perfektionieren. Wenn wir uns einst aufgebaut haben, müssen wir alles erfolgreich umsetzen und zuallererst müssen wir als menschliche Wesen die gesamte Natur beschützen.

In unserem Land haben wir ursprünglich nicht solche Sportarten wie sie die Leute in westlichen Ländern haben. Einige Leute freuen sich darüber, dass die Japanischen Kampfkünste populär geworden sind, seit sie Sport wurden. Dies ist jedoch ein grobes Missverständnis das zeigt, dass sie keine Ahnung haben was Japanische Kampfkünste wirklich sind.

Sport sind spiele und Zeitvertreib, die die Seele nicht einbeziehen. Es sin Wettkämpfe nur zwischen physischen Körpern und nicht zwischen Seelen. Also dient der Wettbewerb allein dem Vergnügen. Die japanischen Kampfkünste sind ein Wettkampf darin, wie wir die Liebe ausdrücken und umsetzen können, die alles in Harmonie vereint und beschützt und dieser Welt hilft zu gedeihen.

Der Weg der diese Welt bewahrt ist ein Wettkampf um den Geist zu schützen und auch die physische Welt. Es ist ein Wettkampf um den Weg von Geburt und Wachstum aller Natur vollständig zu schützen und den Weg des Blühens für alle liebevoll zu kultivieren durch den Atem von A-UM (aus- und einatmen)11, in dem Geist und physischer Körper in Harmonie ausbalanciert sind. Dieser Wettstreit war exakt dieselbe Tätigkeit der Schöpfung der heutigen Welt durch den Großen Gott durch die beiden Gottheiten Izanagi und Izanami. Es ist der Weg, dem Großen Gott täglich für seine Arbeit zu danken, und folglich ist es ein Gebet. Es gibt nichts Besseres als ein Gebet. Ich habe das durch meine Gebete erfahren. Ich stand auf der Ebene des Himmels und lobpreiste Gott, während ich nach Osten und himmelwärts blickte. Ich opferte meine Dankbarkeit in Gebet während ich im Mittelpunkt der Erde stand gemeinsam mit allem, das zwischen Himmel und Erde besteht. Das ist das wahre Aikido und Takemusu. Das ist die Quelle von harmonischer Wechselwirkung zwischen dem Atem von Feuer und Wasser.

(4)

„Das ewige unabänderliche System des Universums“ bedeutet, dass das Universum der Weg ist auf dem alle Tugenden göttlicher Handlungen unter der Führung unseres Vorfahr-Gottes, der Einen Ursprünglichen Quelle, sich verwirklichen und alles ist in festlicher und perfekter Ordnung genau wie die unzähligen leuchtenden Sterne um ihre Mitte.

Darüber hinaus verwirklicht sich das Universum durch das Wirken der vier Kon (siehe AJ 116) in den Formen von Himmel, Feuer, Wasser und Erde und klärt die Bedeutung der Einheit der Gemüter unter den Menschen. Das bedeutet exakt dasselbe wie wenn eine Gruppe von Gottheiten in würdiger, perfekter Ordnung um ihr Zentrum sich versammelt, Ama Terasu Oomikami, und im heiligen Spiegel reflektiert wird.

In anderen Worten, Das Atmen von A-UM ist grundlegend um unsere Pflichten in dieser Welt zu erfüllen. Aus einer spirituellen Perspektive ist es das Wirken der Vier Kon (Kusu Mitama, Ara Mitama, Nigi Mitama und Sachi Mitama) (siehe AJ 116) und aus der körperlichen Perspektive sind es die vier großen kontruktiven Funktionen ausgeübt durch Himmel, Feuer, Wasser und Erde. Beides, stoffliche Dinge und geistige gehören ganz und gar zu unserem Vorfahr, der Einen Ursprünglichen Quelle.

In gewisser Weise reinigt und entfernt ihr Übles mit Aiki mit eurem eigenen Atem der Ergebenheit anstatt ein Schwert zu benutzen. In anderen Worten, ihr verwandelt die körperliche Welt in eine spirituelle Welt. Das ist die Berufung des Aikido. Der physische Körper wird niedriger platziert, und der Geist oben und vorne. Also lenkt Aikido den Geist um edle Blüten zu bringen und Früchte zu tragen. Indem er der Kern der Verwaltung ist, arbeitet Aikido im Dienst der höchsten Ergebenheit, das heißt des obersten Guten und der höchsten Liebe in dieser Welt. In anderen Worten, es bedeutet, dass wir den wahren Weg von Himmel und Erde beschützen und kultivieren müssen, indem wir uns dem hingeben mit dem Ziel, die Grundlagen der Ergebenheit nicht zu stören, die wahre Bedeutung der Einheit von Regierung und Religion. Dann werden alle Gottheiten und Buddhas kommen und uns leiten ohne dass wir darum bitten müssen. Im selben Geist wie die lehren der Bibel über die Rückkehr von Michael (siehe Daniel 12), werden alle drei Welten diesen Großen Heiligen vollkommen bewundern und seinen Worten mit Freude folgen. Wir müssen danach trachten, unsere uns zugeschriebene Berufung erfüllen und andere dazu anleiten, einen solch weisen Großen Heiligen willkommen zu heißen.

Ins Englische übersetzt von Sonoko Tanaka

Aus dem Englischen ins Deutsche übersetzt von Franziska Hochwald

Fußnoten

(1) Michihiru no Tama. Zwei Kugeln die verwendet werden um den Tidenhub frei zu bestimmen. Eine ist für die Ebbe, die andere für die Flut. Im Kijiki ist festgehalten, dass diese zwei Kugeln Hoori No Kami von der Gottheit gegeben wurden, die für die See zuständig ist. Hoori no Kami ist ein Enkel von Masakatsu Agatsu Katsuhayahi Ame no Oshihomimi no Mikoto, der ein Sohn von Amaterasu Ookami ist (siehe Fußnote 4 weiter unten)

(2) Oki in Chikura. Im Kojiki steht geschrieben dass Susanoo no Mikoto (siehe AJ 116) gebeten wurde viele Opfergaben für Chikura als Widergutmachen für sein schlechtes Benehmen.

(3) Futomani. Eine Form der Weissagung wie sie in früheren Zeiten verwendet wurden. Die Leute weissagten Glück oder Pech, indem sie Tierknochen (üblicherweise Reh) oder Panzer verbranten und die Formen der Risse interpretierten, die auf deren Oberfläche erschienen.

(4) Amaterasu Oomikami. Der Sonnengott, üblicherweise als weibliche Gottheit betrachtet, eine Tochter von Izanagi no Mikoto und die ältere Schwester von Susanoo no Mikoto. Sie wurde geboren als Itanagi no Mikoto während seiner Reinigungszeremonie in Ahagihara (Misogi, siehe AJ 116) sein linkes Auge wusch.

(5) Jimmu Tenno. Der legendäre erste Herrscher der Yamatolinie laut der alten Chroniken Kojiki und Nihon Shoki. Er war auch als Kamu Kamato Iwarebiko no Mikoto bekannt und war ein Enkel von Hoori no Kami.

(6) Sanzen Sekai. Wörtlich: „Dreitausend Welten“, ein indisch-buddhistisches Konzept der Welt oder des Universums. Im Zentrum der Welt ist ein hoher Berg genannt Shumisen, und die Welt die den Berg umgibt ist genau diese Welt in der wir leben, genannt ein Shumi Sekai. Sanzen Sekai bezhieht sich auf Daizen Sekai, das bedeutet Shumi Sekai eintausend und drei mal multipliziert. Die tatsächliche Zahl von Welten ist nicht 3000 sondern eher 1.000.000.000.

(7) Nenpi Kannon Riki (Nenpi Kannin Riki Tojin Dandan Ne). Dieser Begriff kommt aus Hokkekyo, einer der buddhistischen Schriften. Er bezieht sich auf einen Glauben in die Macht von kannon, der Göttin der Gnade. Man wird nicht verwundet werden selbst wenn der Feind einen mit einem Schwert schneidet, vielmehr wird das Schwert des Feindes in Stücke brechen.

(8) Tamashii no O. Der Kanal der Tama oder tamashii (Seele) mit dem physischen Körper verbindet so dass die Seele den Körper nicht verlässt. Er kann ebenso als Bedeutung „Leben“ verstanden werden.

(9) Shikishin. Eine Verwirklichung von Buddha die sich in einem physischen Körper in der Welt der Erscheinungen verkörpert.

(10) Hasshiki, wörtlich „Acht shiki“. Shiki bezieht sich auf die Fähigkeit des Geistes, die Natur materieller Dinge mit den sechs Sinnen und Wahrnehmungen zu erkennen und zu beurteilen. Shiki ist eines der zwölf Gesetze von Ursache und Wirkung im Buddhismus. Die sechs Sinne sind sehen, hören, riechen, schmecken, berühren und bewusst sein. Der Begriff Hasshiki schließt zwei weitere Aspekte ein Mana Shiki (Enttäuschung der Eigenliebe) und Araya Shiki, das grundlegende Bewusstsein der Existenz eines menschlichen Lebens, das Erfahrungen ansammelt und die Individualität formt. Es ist der Mittelpunkt aller Aktivitäten des Geistes. Unterbewusstes.

(11) A-UM. „A“ ist der Ton der durch das Ausatmen mit offenem Mund entsteht, also durch ausatmen. „UM“ wird geformt durch den geschlossenen Mund durch das Einatmen. Alles beginnt mit „A“ und mit „UM“ endet alles. Dieses Konzept stammt aus dem Buddhismus.