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O-Senseis intensives Training

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von Kazuhiko Ikeda

Aiki News #4 (July 1974)

Übersetzt von Stefan Schröder

Der folgende Artikel ist der vierte in einer Reihe von siebzehn Artikeln, die sich mit dem Leben des Begründers des Aikido Morihei Ueshiba befassen. Aiki News wird die ganze Serie in seinen monatlichen Ausgaben veröffentlichen.

Das Dojo in Iwama, welches von O-Sensei und anderen als “Aiki-Schrein” bezeichnet wird, befindet sich in der Präfektur Ibaragi und ist Ueshiba-Senseis Wohnsitz. O-Sensei hat dort ein kleines Stück bewaldetes Land gekauft, auf dem er 1940-41 zwischen den Pinienbäumen zunächst eine Behelfsunterkunft erbaute. Es war jedoch erst im Jahr von Japans Niederlage, dass er sich dort hin zurückzog, um sich dem Training zu widmen. Zu dieser Zeit wurde das Ideal “Lasst uns den Weg perfektionieren” etabliert. “Wer die Gewalt wählt, soll besiegt werden” und “Aikido ist der Weg zur Kontrolle des Schwertes” wurden die Mottos. Diese Ideale wurden zielstrebig und hingebungsvoll für mehrere Jahre verfolgt.

Während der ersten Jahre in Iwama hatte O-Sensei eine pessimistische Grundhaltung - er verwarf auf der Suche nach dem neuen Weg die alte Form des Aikido beinahe vollständig. Als Gozo Shioda und einige seiner Schüler Iwama besuchten, bemerkte dieser: “Sensei wird älter und ist schwach geworden. Er hat sich zurückgezogen und ich stehe in der zweiten Reihe.” Unterstützt von Shoshiro Kudo von der Tomin-Bank und Kiichi Minami von der Kokusaku-Papierfabrik baute Shioda das Yoshinkan-Dojo in Tsukido-machi in Shinjuku. Shioda gab vor der Begründer des Aikido zu sein und versammelte viele Schüler um sich. Dies war jedoch kurzsichtig. Shioda ist mit Kisshomaru Ueshiba und anderen Langzeitstudenten des Aikido aufgewachsen. Gleichwohl kann man kaum sagen, dass er den wahren Geist von O-Sensei begriffen hat.

Während das Hombu-Dojo in Wakamatsu-cho sich aufgrund der aufopferungsvollen Bemühungen von Kisshomaru Ueshiba und Koichi Tohei stetig fortentwickelte, bat der Gönner von Shioda, Kiichi Minami, O-Sensei darum das Yoshinkan auf eine Stufe mit dem Hombu-Dojo zu stellen, indem er Shioda den zehnten Dan verleiht. O-Sensei beantwortete diese Bitte mit einem Lächeln: “Natürlich werde ich dies tun, was immer er möchte. Ich werde ihn zu einem zehnten Dan machen oder sogar einem 100. Dan.”

Später erklärte O-Sensei dem Autoren: “Im Aikido bedeuten Rang und Prestige des Dojos nichts. Derartige Dinge haben fast keine Beziehung zum Aikido. Da Herr Minami ein Außenstehender ist, kann man nichts machen, aber wenn Shioda sich tatsächlich Sorgen um sein äußerliches Auftreten macht, dann tut er mir leid. Es wäre gut für ihn an meine Seite zurückzukehren und noch einmal bescheiden zu trainieren. Ist das zuviel verlangt?”

Shioda war allerdings nicht der einzige, der O-Sensei während der frühen Jahre in Iwama falsch einschätzte. Ähnlich ist der Fall von Minoru Mochizuki gelagert, 8. Dan, der derzeit ein großes Dojo in Shizuoka betreibt. Da selbst enge Schüler - alle hochrangige Aikidoka - das gleiche über O-Sensei dachten, ist es kein Wunder, dass keiner im Dorf die wirkliche Identität des gebrechlichen alten Mannes kannte, der in dem kleinen Haus zwischen den Bäumen lebte.

Die einzige Ausnahme war ein junger Mann namens Saito, ein Angestellter der Nationalen Eisenbahn, mit zweien oder dreien seiner Freunde. Irgendwie hatten sie den Namen Morihei Ueshiba erfahren und baten von ihm als Schüler angenommen zu werden. Da es zu jener Zeit kein Dojo gab, trainierten sie in den Wäldern.

Eines Tages wurde einer von Saitos Freunden von einer Clique junger Männer aus dem Dorf angegriffen. Sie hatten herausgefunden, dass er irgendein Training in den Wäldern absolvierte. Der junge Mann warf alle fünf Gang-Mitglieder, einem brach er einen Arm. Dies stellte sich als ein bedeutender Vorfall heraus.

(Übersetzt vom Japanischen ins Englische von Stanley A. Pranin und Katsuaki Terasawa. Übersetzt vom Englischen ins Deutsche von Stefan Schröder. In der nächsten Ausgabe der Aiki News wird dieser Artikel unter dem Titel “In den Händen des Meisters wird das hölzerne Schwert eine scharfe Klinge”.